Eine Romanidee finden

Inspiration gibt es überall

Die Idee, eine Geschichte oder einen Roman zu schreiben, geistert wohl Vielen im Kopf herum. Doch an diesem Punkt taucht meist schon das erste Problem auf: Worum soll es gehen? Zum Glück gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, Schreibideen zu sammeln. Hier sind ein paar davon.

Photo by lil artsy on Pexels.com

Ideensuche: Eine unendliche Geschichte?

Ich sage es, wie es ist: Mir ist eine Idee für eine Geschichte noch nie einfach so zugeflogen. Ich saß nie zu Hause auf dem Sofa oder war irgendwo unterwegs und plötzlich ging mir das sprichwörtliche Licht auf. Das Bild der Muse, die den Künstler zu großen Werken inspiriert, ist zwar eine schöne Vorstellung, hat aber mit der Realität nicht viel zu tun. Wer Ideen will, muss auf die Suche gehen. Zum Glück macht das eine Menge Spaß, wenn du es richtig anstellst.

Die Schönheit des Alltags

Je älter ich werde, desto eher habe ich den Eindruck, dass die Zeit nur so dahinrast. Vermutlich, weil der Alltag es notwendig macht, immer das gleiche Programm abzuspulen. Das ist für unser Gehirn zwar sehr bequem, da es nicht viel Energie erfordert. Für neue Ideen allerdings ist das Gift.

Deshalb möchte ich dir hier ans Herz legen, regelmäßig mit weit geöffneten Sinnen durch deinen Alltag zu gehen. Nimm dir dafür am Besten ein kleines Zeitfenster, das gut in deine Abläufe passt – dann artet das Ganze nicht zu sehr in Anstrengung aus. Da ich jeden Tag mit der Bahn zu Arbeit pendele, nutze ich gern meine Zeit im Zug. Ich sperre Augen und Ohren auf, dann lasse ich die Gedanken schweifen.

Was hat die Schülergruppe dort vorn im Abteil heute erlebt?

Warum sieht die Mutter mit ihrem kleinen Kind in der benachbarten Sitzgruppe so erschöpft aus?

Hätte der Mann, der im Anzug am Bahnsteig steht, lieber eine andere berufliche Laufbahn eingeschlagen?

Und wohin führt eigentlich dieser Weg neben den Gleisen, den ich jeden Tag sehe?

Die Zahl der Fragen, die man allein bei einer 20-minütigen Bahnfahrt stellen kann, ist endlos. Und jede davon bietet den Ansatzpunkt für eine neue Idee. Neugierig sein lohnt sich also.

Photo by Leeloo Thefirst on Pexels.com

Social Media & TV – mehr als nur Ablenkung

Echt jetzt? Die wohl größten Ablenkungsinstrumente der Menschheit sollen bei der Suche nach einer Romanidee helfen? Tatsächlich sind sie nützliche Werkzeuge – vorausgesetzt, es gelingt dir, dich nicht in einem Kaninchenbau aus Tiervideos, Unboxing-Clips und Fail-Compilations zu verlieren.

Es kommt also vor allem darauf an, Social Media, Free TV, Netflix und Co. halbwegs zielgerichtet zu nutzen. Social Media ist ein wunderbares Instrument, um herauszufinden, worüber die Leute debattieren und was sie gerade umtreibt. In diese Kerbe schlagen auch Meldungen aus Nachrichtenportalen oder Posts, in denen Leute dich mit in ihren Alltag nehmen. Versuche, deine eigene Meinung dabei erstmal beiseite zu lassen und frage dich stattdessen:

Was ist den Leuten wichtig?

Worauf kommt es ihnen an?

Was benötigen sie auf dem Weg dorthin?

Wo gibt es Hindernisse?

Du merkst es sicher schon selbst: So entstehen Geschichten.

Sogar die Inhalte von Netflix und anderen Streamingdiensten können bei der Ideenfindung helfen. Zwar solltest du dich auf keinen Fall zum Abziehbild machen, aber es gibt keinen Grund, dich von Filmen und Serien nicht zu eigenen Geschichten inspirieren zu lassen. Abgesehen davon kannst du dir auch Dokumentationen zu einem Thema ansehen, das dich fasziniert. Ich bin zurzeit zum Beispiel hellauf begeistert von allem, was sich um unseren Kosmos dreht. So hat uns die Digitalisierung einen beinahe endlosen Zugang zu Ideen und Inspirationen geschenkt. Du musst nur zugreifen.

Sei nicht zu streng

Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung: Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich Ideen schon bei ihrem ersten Aufblitzen verwerfe, weil sie „nicht genug hergeben“. Das ist nicht nur unnötig, sondern auch sehr schade, denn: Wer kann schon wissen, was am Ende aus einer Idee wird? Also sei nicht zu streng mit dir. In diesem Stadium solltest du nach Herzenslust alles sammeln, das dir in den Sinn kommt. Keine Idee ist zu banal, unspektakulär oder unausgereift. Genieße lieber den Prozess! Aussortieren kannst du später immer noch.

Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com
Avatar von Unbekannt

Autor: Vivien Gebhardt

Vielschreiberin mit Notizbuchfetisch

Hinterlasse einen Kommentar