Liebesgeschichten schreiben

So gelingen mitreißende Lovestorys

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Keine gute Story kommt ohne eine Portion Liebe aus. Schließlich träumen wir doch alle von der oder dem Einen, dem Perfect Match, der Person, die uns ohne Wenn und Aber anbetet – da gehört das doch auch in jede ordentliche Geschichte, oder? Ich muss gestehen: Bei mir sorgt so viel klebriger Kitsch eher für entnervtes Stöhnen als für große Gefühle. Das geht aber auch anders! Deshalb präsentiere ich dir heute (m)ein Rezept für eine gelungene Liebesgeschichte.

Liebesgeschichten ohne Kitsch

Auch wenn es die Einleitung vielleicht nicht vermuten lässt: Ich bin ein großer Fan von Lovestorys. Es gibt nichts Schöneres und Schwierigeres, als die Liebe zwischen zwei Charakteren in Worte zu fassen. Und das geht auch, ohne tief in die Kiste mit abgeschmackten Formulierungen zu greifen. Mir gefallen zum Beispiel diese Lovestorys richtig gut:

  • Peeta & Katniss aus „Die Tribute von Panem“

Hier gibt’s keine rosarote Brille, sondern die knallharte Realität einer Liebe zwischen Krieg, Revolution und Grausamkeit. Ziemlich erschütternd, aber umso mitreißender.

  • Aragorn und Arwen aus „Der Herr der Ringe“

Zart, magisch und voller Poesie. Ich fiebere auch beim x-ten Lesen noch mit, ob die Geschichte einen glücklichen Ausgang nimmt. Dass die Erzählung so spannend bleibt, ist dabei nicht selbstverständlich, schließlich sind die beiden die meiste Zeit voneinander getrennt.

  • Severus Snape & Lily Potter aus „Harry Potter“

Der beste Beweis, dass auch gescheiterte Liebesgeschichten gut geschrieben sein können. Man erfährt nicht nur von der tiefen Liebe, die Severus für Lily empfindet, man spürt auch den angestauten Groll aufgrund unerwiderter Gefühle.

Du siehst: Meine Vorstellung einer gelungenen Liebesgeschichte basiert nicht gerade auf dem Prinzip „Happily Ever After“.

Liebesgeschichten: Die (Kitsch)Dosis macht das Gift!

Realität haben wir jeden Tag, wer will das dann auch noch lesen? Ich will. Unbedingt sogar. Wahrscheinlich, weil sich das so gut mit meinen eigenen Erfahrungen deckt. Liebe ohne Schwierigkeiten gibt es nicht, also möchte ich auch nichts davon lesen. Fakt ist: In einer Partnerschaft geht man sich manchmal auf die Nerven. Es gibt Streit. Ab und zu ist der Alltag sogar so erdrückend, dass man sich auch einfach mal zusammen langweilt.

All das sind Probleme, mit denen sich Paare regelmäßig herumschlagen und ich finde, eine Dosis davon, kann auch jede fiktive Liebesgeschichte vertragen. Es macht deine Figuren greifbar und auch kleine Konflikte sorgen dafür, dass Charaktere sich entwickeln. Außerdem lassen sie sich mit etwas Fingerspitzengefühl prima in das Gesamtkonstrukt der Geschichte einbetten, ohne künstlich oder gewollt zu wirken.

Gleich und Gleich gesellt sich gern?

Mir kommt es oft so vor, als wären in der Literatur in Sachen Paarkonstellation nur zwei Extreme vertreten:

  • Die homogene Paar-Masse:

Hier scheinen sich die Liebenden eine Persönlichkeit zu teilen. Es gibt weder Konflikte, noch Differenzen und keiner kriegt alleine noch irgendetwas zustande. Zum Sterben langweilig.

  • Die „Wir haben nichts gemeinsam“-Fraktion:

Die erste Begegnung dieses Paares ist oft von gegenseitiger Abneigung geprägt, es ergeben sich lächerlich anmutende Konflikte und beide gestehen sich ihre Zuneigung füreinander erst kurz vor Schluss ein. Das ganze Konstrukt wirkt ziemlich gekünstelt und ist beim Lesen wahnsinnig anstrengend.

Nach so viel Gemecker ist es Zeit für eine Lösung. Ich plädiere für einen guten Mittelweg. Soll die Liebesgeschichte funktionieren, schadet es nicht, wenn beide zumindest die gleichen Grundwerte vertreten. Sie sollten darin übereinstimmen, was richtig und was falsch ist und nach Möglichkeit eine ähnliche Version von der Zukunft haben.

Und der Rest? Den gestaltest du so, wie es dir gefällt. Leg deinem Paar Steine in den Weg, lass sie gemeinsam an Schwierigkeiten wachsen oder auch daran scheitern – die Möglichkeiten sind unendlich.

Fazit: Nur nicht übertreiben!

Abschließend kann ich nur noch einmal betonen, dass auch erdachte Liebesgeschichten durchaus etwas Realität vertragen können. So können deine Leser noch besser in die Story eintauchen und den Charakteren auf ihrer Reise folgen -vollkommen egal, ob die in der Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft oder in einer Fantasiewelt stattfindet. Die Hauptsache ist, deine Leser leiden und freuen sich mit den Liebenden und können den Ausgang der Lovestory kaum erwarten.

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